//„Nichtstun gehört zum Training dazu“

„Nichtstun gehört zum Training dazu“

Vor rund 100 „Lauf geht’s“-Teilnehmern hat Wolfgang Grandjean im Hotel Freizeit In einen Vortrag mit dem Titel „Training ist mehr als Laufen“ gehalten. Dabei sprach der Entwickler der Aktion über typische Anfängerfehler, die Bedeutung der einzelnen Trainingsbausteine und motivierte die Teilnehmer für die kommenden Wochen.

Zu Beginn warnte Grandjean die Teilnehmer, die sich mittlerweile in ihrer sechsten Trainingswoche befinden, vor Übermut beim Training. Aus eigener Erfahrung berichtete er von Verletzungen, die dadurch auftraten, dass er „zu viel gewollt“ habe.

Warnsignale für Übertraining seien chronische Müdigkeit, Anfälligkeiten für Infekte und Verletzungen, akute Lustlosigkeit, ein hoher Puls vor dem Loslaufen sowie die Tatsache, dass man trotz Erkältung oder Grippe läuft. „Ihr müsst eurem Körper Zeit für Regeneration und Ruhepausen geben“, appellierte Grandjean. „Nichtstun gehört auf jeden Fall zum Training dazu.“

Steigerung der Leistungsfähigkeit durch Regenerationspausen

Nur durch Pausen im Trainingsplan habe der Körper die Chance, sich zu erholen, wodurch langfristig die Leistungsfähigkeit steige. Zu lange Pausen seien wiederum ebenfalls kontraproduktiv. Es drohe Stagnation. „Je nach Belastung empfehle ich eine Regenerationszeit von 36 bis 48 Stunden. Vor allem die Bänder und Sehnen benötigen diese Zeit, um sich zu erholen“, gab Grandjean den Teilnehmern mit auf den Weg.

Zudem empfahl er Teilnehmern, die sich neben den Einheiten bei „Lauf geht’s“ regelmäßig noch bei anderen Sportarten betätigen, „es nicht zu übertreiben“. In diesem Fall solle lieber auf eine oder zwei Laufeinheiten verzichtet werden. Gleichzeitig seien andere Sportarten zur Abwechslung wichtig, „um dem Laufen nicht überdrüssig zu werden“, sagte Grandjean.

Trainingspuls als Belastungs-Kompass

In der Folge führte er aus, wie die Teilnehmer ihren idealen individuellen Trainingspuls bestimmen können. Dieser Puls sei wichtig, um kontrollieren zu können, ob man zu schnell laufe, die Belastung zu groß für das gewünschte Trainingsergebnis sei, so Grandjean. Gleichwohl betonte er: „Macht aber kein Dogma daraus.“ Wenn der Puls bei einem Anstieg oder nach längerer Laufdauer in die Höhe gehe, sei das vollkommen gewöhnlich.

Grandjean erläuterte den Teilnehmern zudem die jeweilige Funktionen der einzelnen Bausteine des Trainingsplans. Vom Tabata-Training über das Lauf-ABC bis zum Faszientraining. Der Trainingsplan bei „Lauf geht’s“ zeichne sich durch die Mischung aus kurzen, harten, intensiven Einheiten auf der einen und ruhigen, langsamen Ausdauerläufen auf der anderen Seite aus. Stand aktueller Forschung, werde so der beste Trainingseffekt erzielt, sagte Grandjean.

Besonders hob er zudem die Bedeutung der Mobilisations- und Stabilisationseinheiten hervor: „Die Gefahr, sich jetzt in der Anfangsphase der Aktion zu verletzen, ist ohne diese Übungen viel zu hoch.“ Zwei- bis dreimal pro Woche sollten die Teilnehmer die „Mobi- und Stabiübungen“, die bei den wöchentlichen Lauftreffs stets auf dem Programm stehen, mindestens absolvieren.

„Runner’s High“ als ultimative Lauferfahrung

Zum Abschluss sprach Grandjean über das sagenumwobene „Runner’s High“. Ein Gefühl, durch das Laufen zu schweben, wie berauscht davon zu sein. „Nicht zu verwechseln mit holländischen Kiffern, die laufen“, witzelte Grandjean. Wer das „Runner’s High“ im weiteren Trainingsprozess irgendwann erreiche, sei der „,Lauf geht’s‘-König“, motivierte er die Teilnehmer, weiterhin am Ball zu bleiben.

Von Filip Donth

 

2019-04-09T12:20:30+00:00