//Kolumne: Keine Lust auf Rechenspiele

Kolumne: Keine Lust auf Rechenspiele

Die abiturbedingte Trainingspause ist vorbei. Vergangene Woche absolvierte ich wieder alle Einheiten nach Plan. Beim Laufen geht es mir nach wie vor nicht darum, eine bestimmte Zahl an Kilometern abzuspulen. Meine Pulsuhr ist ohnehin nicht mit einem GPS-Tracker ausgestattet, durch den die zurückgelegte Distanz bestimmt werden könnte. Und vor sechs Wochen bin ich noch getreu dem Motto „Ankommen ist das Ziel“ in die Aktion gestartet. Es bleibt dabei: Die Dauer der Läufe ist aktuell entscheidend.

Aber als ich vergangene Woche mit einem Laufpartner meine Runden auf der Tartanbahn des Göttinger Jahnstadions drehte, fing ich dann doch an, mitzuzählen: 16 Stadionrunden à 400 Meter, das heißt 6,4 Kilometer legte ich zurück. Und das in einer Zeit von 45 Minuten. Ist das gut? Ist das schlecht? Obwohl es mir derzeit noch egal sein sollte, machte ich mir doch recht viele Gedanken.

Die Rechenspiele gingen erst richtig los: In einer Minute legte ich also circa 142 Meter zurück. Welche Zeit würde ich mit diesem Tempo über die Halbmarathondistanz von 21 Kilometern erreichen? Die Hochrechnung ergibt: circa 147 Minuten, also 2 Stunden 27 Minuten. Doch recht weit entfernt von der oft genannten 2-Stunden-Grenze.

Ein Zwischenstand – nicht mehr und nicht weniger

So schnell ich mich in diese Zahlen reinsteigerte, so schnell kam ich schließlich aber auch wieder zur Besinnung. Es handelt sich um einen Zwischenstand. Nicht mehr und nicht weniger. Und über eine bestimmte Kilometerzahl oder eine prognostizierte Halbmarathon-Zeit brauche ich mir in der sechsten Trainingswoche wahrlich noch nicht den Kopf zu zermartern. Vielleicht kommt es darauf im September in Kassel auch gar nicht an.

Ich nehme diese Zahlen somit jedenfalls nicht zum Anlass, mich nun bei jedem Training an ihnen zu messen. Diese Werte sind wie gesagt ein Zwischenstand. Es könnte interessant sein, sie in einigen Wochen noch mal rauszukramen, um zu schauen, wo ich stehe. Bis dahin schlage ich mir diese Zahlen aber erst mal wieder aus dem Kopf. Nachdem ich nun frisch aus der Schule raus bin, habe ich vorerst sowieso keine Lust auf Rechenspiele, sondern auf das Laufen.

Info zum Autor: Tageblatt-Mitarbeiter Filip Donth ist eigentlich Handballer und hat bislang wenig Erfahrungen mit dem Laufen über längere Distanzen gesammelt. Bei „Lauf geht’s“ möchte der 17-Jährige ein neues Verhältnis zum Laufsport entwickeln. An dieser Stelle berichtet er wöchentlich von seinen Erfahrungen.

Von Filip Donth

2019-04-09T12:27:05+00:00