//„Das Feeling in der Stadt war einfach nur toll“

„Das Feeling in der Stadt war einfach nur toll“

Die erste Meilensteinkontrolle ist erfüllt: Die Läufer der Tageblatt-Aktion „Lauf geht’s“ haben beim 31. Göttinger Altstadtlauf den wichtigsten Härtetest auf dem Weg zum EAM Halbmarathon in Kassel im September absolviert. Dabei liefen mehr als 100 Teilnehmer sechs Runden durch die Altstadt, eine Strecke von 10 Kilometern.

Eine Stunde vor dem Lauf trafen sich die Läufer in ihren markanten blauen Shirts hinter dem Alten Rathaus zum gemeinsamen Warm-Up mit Vicky Henze. Die Cheftrainerin des ASC 46 Göttingen hatte da bereits 5 Kilometer beim Staffellauf zurückgelegt, um anschließend auch noch über 10 Kilometer auf die Strecke zu gehen. „Die 5 Kilometer bin ich entspannt angegangen, da ich den zweiten Lauf noch vor mir hatte. Bei den 10 Kilometern bin ich dann eigentlich erst in den letzten beiden Runden mein Tempo gelaufen. Vorher bin ich zusammen mit den Teilnehmern gelaufen, um sie immer wieder zu motivieren. Meine Zeit war da vollkommen nebensächlich“, sagt Henze nach dem Lauf.

„Beim Treffen zum Warm-Up waren einige sehr aufgeregt, hatten viele Fragen. Es war dann etwas unglücklich, dass unser Lauf Verzögerung hatte. Es waren dann alle froh, als endlich der Startschuss fiel“, beschreibt die Trainerin ihren Stimmungseindruck. Nach dem Lauf sei von Aufregung keine Spur mehr gewesen: „Die meisten waren zufrieden, ich habe in ganz viele glückliche Gesichter geschaut. Es hat mich total gefreut, dass alle so gut durchgekommen sind“, so Henze. Der Altstadtlauf sei im Trainingsprogramm eine wichtige Etappe, da er es den Teilnehmern zum einen ermöglicht habe, Wettkampfluft zu schnuppern und da er zum anderen dazu beigetragen habe, die Angst vor längeren Strecken zu verlieren. „Im Training werden wir in den nächsten Wochen nun darauf aufbauen“, sagt Henze.

Teilnehmer Steffen Osang hat in den vergangenen Jahren bereits mehrmals am Altstadtlauf teilgenommen, nun erstmals über die 10-Kilometerstrecke. „Ich bin sehr zufrieden, ich hatte im wahrsten Sinne des Wortes einen sehr guten Lauf“, freut sich der 54-Jährige über sein Abschneiden. „Die Bedingungen waren super, die Temperaturen waren angenehm, zum Glück war es nicht so heiß. Zudem war es gut, dass die Strecke bei unserem Lauf nicht mehr so voll war. Und dennoch wurden wir zu später Stunde noch von genügend Zuschauern begleitet. Man hat sich jede Runde auf Kollegen und Freunde an der Strecke gefreut, das gab einen zusätzlichen Push“, so Osang, der bei den wöchentlichen Lauftreffs in der Gruppe der Fortgeschrittenen läuft.

In der vorletzten Runde habe er noch mal einen Gang höher geschaltet, ansonsten sei sein Tempo aber relativ konstant gewesen. „Ich habe letztlich mein Ziel erreicht, unter einer Stunde zu laufen“, berichtet der Ingenieur. Für die kommenden Trainingswochen sei er sehr optimistisch, so Osang: „Ich bin sehr motiviert. Allerdings muss ich mich nach diesem Erfolg erst mal wieder in den Trainingsplan reinpeitschen.“

Für Laufeinsteiger Reiner Bilgeshausen war es die erste Teilnahme am Lauf durch die Göttinger Altstadt. Sein persönliches Ziel war, die Marke von 70 Minuten zu unterschreiten, und auch er konnte sein Ziel erreichen. „Es ist wirklich super gelaufen, ich bin sehr zufrieden mit mir und dem bisherigen Training. Geholfen hat mir, dass Vicky Henze uns während des Laufs unheimlich motiviert und uns förmlich ins Ziel getragen hat“, sagt der 58-Jährige. Denn der Lauf habe ihm einiges abverlangt: „Ich hatte einen anstrengenden Arbeitstag hinter mir und dann noch den Lauf vor mir. Vor einem Jahr hätte ich das noch nicht geschafft“, berichtet der Tischler.

Zusätzliche Motivation sei für ihn auch die Stimmung neben der Strecke gewesen, so Bilgeshausen. „Das Feeling in der Stadt war einfach nur toll, auch um 21 Uhr waren noch viele Leute da, das war genial“, sagt er. Mit einem positiven Gefühl geht Bilgeshausen nun in die kommenden Trainingswochen: „Ich bin bei jedem Training, es gibt keine Ausreden. Ich bin positiv gestimmt und werde den Halbmarathon schaffen.“

Auch für Teilnehmerin Marissa John war es der Premierenlauf. Vor dem Lauf hatte die Einsteigerin großen Respekt vor den 10 Kilometern. „Ich bin jetzt total stolz, das geschafft zu haben. Es war ein tolles Erlebnis“, sagt die 48-Jährige nach ihrer erfolgreichen Teilnahme am Altstadtlauf. „Ich laufe sonst viel mit Musik, aber diesmal haben mich die vielen Zuschauer gepusht, Musik brauchte ich da gar nicht“, berichtet sie. Die ersten Meter habe sie als anstrengend empfunden, doch danach sei sie in ihrem „Flow drin gewesen“, so die kaufmännische Angestellte. „Es war sehr schön, dass alle Teilnehmer als Team aufgetreten sind und sich gegenseitig unterstützt haben“, sagt John.

Von Filip Donth

2019-07-09T15:04:45+00:00